1. Über diese Studie

2. INTIMITÄT
2.1 Definition von Intimität
2.2 Definition von Tabu
2.3 Öffentlichkeit und Intimität
2.3.1 Intimität ist Privatsache
2.3.2 Intimität im Alltag...
2.3.3 ...und seine Folgen
2.3.4 Scham
2.4 Fazit

3. INTIMITÄT ALS PROBLEM UND PRODUKTE ALS DESSEN LÖSUNG
3.1 Beispielhafte Probleme
3.2 Beispielhafte Lösungen
3.3 Drei exemplarische Marken

4. WERBUNG
4.1 Werbediplomatie
4.2 Die Analyse
4.2.1 Methode
4.2.2 Ergebnisse: o.B.
und Ergebnisse Zovirax
und Ergebnisse Alpecin

5. Fazit
6. Quellen

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Intimität ist Privatsache (1/5)
Jede Gesellschaft entwickelt ihre eigenen kulturellen und moralischen Regeln. Werden diese definierten Gebote verletzt, zieht das eine Rüge nach sich, bzw. eine Sanktion für den Verstoß. Einem Kind werden von der Mutter die Leviten gelesen (1) (»Das tut man nicht!«) oder eine Strafe als Lehre gegeben, wie z.B. die Anweisung zum Schweigen oder der Verweis auf das Zimmer (»Stubenarrest«).
Seltener wird dem Tabubruch verständnisvoll entgegengetreten und dem jungen Menschen sein Fehlverhalten erklärt. Bei älteren Individuen geht die Gesellschaft von der Kenntnis um das Tabu aus, ein Vergehen hat als Schelte strafende Blicke, Distanzierung und soziale Ausgrenzung bis Isolation des Missetäters zur Folge. Von klein auf lernt der Mensch, dass einem Vergehen ein Tadel folgt und bringt so mit Tabubrüchen Angstgefühle in Verbindung.
Die Person übernimmt das gesellschaftliche Gebot als sein eigenes, der »Fremdzwang« (Benimmvorschriften (2)) wandelt sich zum Selbstzwang (3) die moralischen Regeln nicht zu übertreten. Aus dem Konflikt zwischen dem Individuum und der Gesellschaft wird auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst (Selbstüberwachung, sogenanntes »self monitoring« »Privatsphärensehen«, S.79). Das Schamgefühl (4) ist der innere Wächter, der persönliche Moralapostel, der die Person zur Selbstkontrolle zwingt und den Zeigefinger hebt, sobald Triebregungen (Nasebohren, Masturbation) diese Kontrolle überwunden haben.
Da Schamgefühle unangenehm sind, entwickelt sich wiederum Furcht davor, Scham zu empfinden. Das Gewissen (5) und der Verstand des Menschen wachen über die moralische Grenze der Intimität und schützen vor einer Übertretung ihrer. Neben der Schelte durch die Öffentlichkeit verurteilt auch das eigene Gewissen eine Entgleisung. Es stellt sich sozusagen auf die »Seite der Anderen« und rügt, wenn Triebregungen nicht mehr kontrolliert werden können, den Mangel an Vernunft.
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[1] Leviten lesen: Im Mönchswesen des frühen Mittelalters gehörten besondere Andachts- und Bußübungen zum Ordensleben. Das 3. Buch Moses, auch »Leviticus« genannt, gab den Priestern Verhaltensmaßregeln an die Hand. Es wurden daraus aber auch Mahn und Strafpredigten vorgetragen. [»Deutsch im Alltag, Alltagsdeutsch«, S.5]
[2] Einhaltung zwecks Konformität mit anderen, Konfliktvermeidung: »social adjustment« [»Privatsphärensehen«, S.83]
[3] Einhaltung zwecks Konsistenz mit sich selbst, Wahrung der persönlichen Peinlichkeitsgrenze: »ego-adjustment« [»Privatsphärensehen«, S.83]
[4] Scham: Gefühl des Bloßgestelltseins; instinkthafte, doch spezifisch menschl. Reaktionsform. [Brockhaus in einem Band, 9.Auflage, Brockhaus Verlag]
[5] Der Verstand soll Fürst, der Wille Untertan, das Gewissen Richter sein. Sprichwort
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