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In der Linguistik lässt sich das Wort »Intimität« in vielen Abwandlungen wiederfinden, vom Adjektiv (»intim«), Substantiv (»Intimität«) bis zu lexikalischen Ableitungen wie Intimverkehr, Intimus, Intimsphäre, Intimzone.

»Intim« (1) geht einher mit dem Privaten, Persönlichen. Das Private wird gewahrt durch »das Siegel der Verschwiegenheit«, durch Gespräche »unter vier Augen«, bzw. »unter uns« (Eingrenzung der Wissenskreises auf zwei Personen). Intime Informationen werden zwischen Menschen ausgetauscht, die sich nahe stehen. Durch das Weitergeben des intimen Geheimnisses wird dem Gesprächspartner das Vertrauen ausgesprochen. Dieser befreundete oder familiär verbundene Mensch (»Intimus«) bestätigt das in ihn gesetzte Vertrauen, indem er das Geheimnis wahrt, sich diskret verhält und damit die Privatsphäre, bzw. Intimsphäre (2) der anderen Person schützt.

Die Intimsphäre kennt keine Normen oder Standards, jeder Mensch definiert diesen privaten Raum für sich und bewertet Intimitäten unterschiedlich. Um die Intimsphäre des anderen hinreichend zu achten, muss dessen Einstellung zur Intimität bekannt sein. Für den einen mag es schon kränkend sein, wenn man sich über seinen Dialekt amüsiert, ein anderer schämt sich keineswegs selbst öffentlich über seinen Mundgeruch zu reden.

Eine weitere Seite der Intimität ist die körperliche Nähe, die Sexualität. »Intim sein« kann nicht nur eine vertrauliche Beziehung zum Ausdruck bringen, es kann geradewegs den Beischlaf meinen (3). Es finden sich zahlreiche Synonyme vom zärtlichen »ins Bett gehen«, »sich lieben«, »küssen«, »miteinander schlafen« bis zur Beschreibung des rein körperlichen Aktes. Der Begriff »Intimverkehr« ist das Substantiv für die Handlung.

Zwei Auslegungen können somit für den Ausdruck »Intimität« konkretisiert werden: Zum einen die persönliche Vertrautheit, die es erlaubt, in privater Atmosphäre (dem intimen Raum) über Themen der eigenen Intimät zu sprechen, zum anderen die körperliche Leidenschaft, Erotik und Liebe. Die Wahrung von Intimität ist ein gesellschaftliches Gebot und steht in direktem Zusammenhang zu Normen und Werten, Konventionen und Regeln, sowie gesellschaftlicher Akzeptanz und Moral. Das Verletzen der Intimsphäre, das Ansprechen eines intimen Themas, bzw. öffentliches Zurschaustellen einer intimen Handlung sind gesellschaftlich tabuisiert. Tabu und Intimität sind nicht voneinander zu trennen, weshalb die Definition des Wortes Tabu für diese Arbeit relevant ist.

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[1] intim (Adj): 1. eng, verbunden, befreundet, ein intimer Freundeskreis oder auch vertraulich, eine intime Mitteilung
2. gemütlich, mit privatem Charakter; ein intimes Lokal, Eckchen, eine intime Beleuchtung.
[Wahrig Wörterbuch der Deutschen Sprache, S.504]

[2] Intimsphäre: innerste Sphäre des Menschen, der Bereich persönlichen Erlebens, über den der Einzelne gewöhnlich nicht oder nur mit Personen seines engsten Vertrauens spricht und den er der Umwelt gegenüber abschirmt. Welche Bereiche des Erlebens in den I. verwiesen werden, hängt u.a. von der jeweiligen Kultur und der gesellschaftlichen Moral ab. Rechtlich ist die I. durch das Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG) geschützt. [Brockhaus Gesundheit, Verlag Brockhaus GmbH, Leipzig - Mannheim]

[3] intim (Adj): 3. den Sexualbereich betreffend, mit jdm. intim sein, werden, bzw. geschlechtlich verkehren. [Wahrig Wörterbuch der Deutschen Sprache, S.504]

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